Bild: Element5 Digital / unsplash

GR-Wahl | Council Election

In diesem Semester stehen drei Personen für sechs freie Plätze zur Wahl. Wenn du dich zur Wahl stellen willst,

Gewählt werden kann an jedem Sonntag und Mittwoch vom 5. bis zum 19. Juli. Nach dem Gottesdienst am 19. Juli wird die Wahl geschlossen und ausgezählt.

Wenn du Fragen hast oder online wählen willst, melde dich beim Wahlvorstand (Matilda und Jakob) per Mail.

Bild: Viktoria

Herzlich Willkommen, Jessica!

Es gibt Verstärkung im KSG-Team!

Seit Anfang April unterstützt Jessica Widera die KSG Berlin in der Verwaltung und Organisation und sorgt dafür, dass im Hintergrund alles rund läuft.

Hier stellt sie sich selbst vor:

Ich bin….
Jessica Widera und seit dem 01. April 2026 Teil des Teams der KSG Berlin. Als Verwaltungsangestellte sorge ich dafür, dass im Hintergrund alles gut organisiert läuft und unterstütze die administrativen und organisatorischen Abläufe im Alltag. Dazu gehören unter anderem die Bearbeitung von Anliegen, die Koordination von Prozessen sowie die Kommunikation mit unterschiedlichen Ansprechpartnern.

Zuvor war ich 11 Jahre als Sachbearbeiterin beim DGB-Bundesvorstand in der Finanzabteilung tätig.

Qualifikation…
Ich bin Diplom-Betriebswirtin (VWA) sowie Ökonomin für Personalmanagement und arbeite strukturiert, zuverlässig und lösungsorientiert. Besonders wichtig ist mir ein gutes Miteinander sowie eine offene und wertschätzende Kommunikation.

Mein Glaube…
….spielt für mich eine wichtige Rolle und ist ein wesentlicher Teil meiner persönlichen Haltung und Werte. Gerade deshalb ist mir die Arbeit bei der KSG Berlin besonders wichtig: Hier kann ich mein berufliches Handeln mit einem Umfeld verbinden, das von Gemeinschaft, Offenheit und einem wertschätzenden Miteinander geprägt ist. Diese Verbindung aus fachlicher Arbeit und gelebten Werten gibt mir viel Sinn und Orientierung im Arbeitsalltag.

Ich freue mich darauf, meine Kenntnisse und Erfahrungen einzubringen, neue Herausforderungen anzunehmen und die Studierenden aktiv zu unterstützen. Die Zusammenarbeit im Team und der Austausch mit unterschiedlichen Menschen bereichern meinen Arbeitsalltag sehr.

 

Herzlich willkommen in der KSG, Jessica!

Bild: Viktoria

Der neue Gemeinderat startet ins Sommersemester!

Vorstellung des neuen GR

Applications for KAAD scholarships

Bewerbungen für ein KAAD Stipendium

Die KSG Berlin kann Studierende für ein Stipendium beim KAAD (Katholischer Akademischer Austauschdienst) vorschlagen, wenn sie Afrika, Asiens, dem Nahen und Mittleren Ostens, Lateinamerikas oder aus bestimmten Ländern Osteuropas kommen, sich bereits in Deutschland befinden und einen Masterabschluss oder eine Promotion anstreben. Bitte checke auf der Seite des KAAD (Stipendien I S2 Programm) ob du die Voraussetzungen für eine Bewerbung erfüllst.

Deine Ansprechperson in der KSG ist Karen Siebert.

Komm auch gerne am 10. Mai um 19:00 Uhr zur Heiligen Messe. Im Anschluss beantwortet Karen Siebert Fragen zur Bewerbung.

Herzlich willkommen, P. Felix!

P. Felix Meckl OSA ist neuer Studierendenpfarrer der KSG Berlin

Bild: privat

Auf Wiedersehen, Wiebke!

Am Dienstag haben wir Wiebke aus dem Team der KSG verabschiedet 😢

Danke dir für deine Arbeit, das Kaufen von Doppelkeksen, die Deko bei Semesterabschluss-/beginn und Ehrenamtsdank, das tolle Essen und ganz viel Organisation im Hintergrund!

 

Wir wünschen dir alles Gute für deinen neuen Job! 😊

Bild: seeklogo

Cusanuswerk Studienförderung

Um Termine für Cusanus- und Mentoringgespräche zu vereinbaren, kontaktiert bitte unser Büro per E-Mail oder unter 030 / 44674960. 

Bild: @meninadasart auf Instagram

Heiliger Influencer? Der Fall Carlo Acutis und was Heiligkeit bedeutet

English below

Liebe Schwestern und Brüder,

heute hat in Rom ein großer Gottesdienst mit über 100.000 Menschen stattgefunden, bei dem zwei junge Italiener heiliggesprochen worden sind. Der bekanntere von den beiden ist Carlo Acutis. Die Medien haben ihn den Influencer Gottes genannt. Es gab einen ziemlichen Medienhype um ihn. Verständlich, denn hat anders als sonst bei Heiligen nicht vor hunderten Jahren gelebt, sondern ist erst 2006 gestorben. Seine Mutter lebt noch und sein Bruder hat heute Morgen eine Lesung im Gottesdienst vorgetragen. Man nennt ihn auch den ersten Millenial, der heiliggesprochen wurde.

Die Medien haben sich auf ihn gestürzt und meist positiv über ihn berichtet. Heute Morgen muss bei NTV ein Bericht über den Sender gegangen sein – ein Freund hat mich vom Bildschirm abfotografiert –, in dem  auch ich mich über Carlo Acutis äußere. Das war vor einem Jahr, als seine Heiligsprechung beschlossen wurde; aber offensichtlich hat den Leuten von RTL gefallen, dass ich damals gesagt habe: Um „heilig“ zu werden, müsse man kein „alter Sack“ sein!

Inzwischen sehe ich die Heiligsprechung dieses 15-jährigen ziemlich kritisch. Er war sicher ein frommer und auch liebenswürdiger Mensch; aber es wird deutlich, dass vieles doch sehr stilisiert ist. Er ist zu einer Projektionsfläche geworden für das, was sich bestimmte Menschen von einer zeitgemäßen Heiligenfigur wünschen.

Aber ist er wirklich so zeitgemäß? Ohne im Einzelnen darauf einzugehen, sind bei Carlo Acutis einige Fragezeichen angebracht. Ist es wirklich eine zeitgemäße Form des Glaubens, eine Webseite über Marienerscheinungen in der ganzen Welt oder eucharistische Wunder zu erstellen? Es kam dann raus, dass nicht wenige dieser Wunder antisemitischen Hintergrund haben, was man wohl kaum einen 15-jährigen Internet-Nerd vorwerfen kann. Trotzdem hat das alles ein Geschmäckle. Wenn man dann so liest, was er getan und gelassen haben soll, dann werde ich den Eindruck nicht los, als wolle man einerseits einen jungen, sympathisch aussehenden 15-jährigen als Vorbild darstellen, der einerseits eben ganz normal ist – wie du und ich –, der aber andererseits Frömmigkeitsformen und Überzeugungen von vorgestern pflegt. Fragt man Klassenkameraden von Carlo Acutis können die jedenfalls nicht bestätigen, was offiziell von seiner Frömmigkeit kolportiert wird.

Ich will euch und uns die Heiligsprechung von Carlo Acutis nicht madig machen, aber ich will unseren kritischen Geist schärfen dafür, dass solche Heiligsprechungen auch kirchenpolitisch vereinnahmt werden können!

Es ist gut, dass noch ein zweiter junger Mensch heiliggesprochen wurde, der 1901 in Turin geboren wurde und schon mit 24 Jahren starb. Er stammt aus dem Bildungsmilieu und obwohl seine Eltern agnostisch eingestellt waren, entwickelte er einen tiefen Glauben, der sich in vor allem sozialem Engagement zeigte.

Ohne dass seine Familie es bemerkte, engagierte er sich z.B. in den Elendsvierteln Turins. Auf der Suche nach einer Spiritualität, die das Leben prägt, trat er 1922 dem Dritten Orden der Dominikaner bei, weswegen er mir natürlich besonders sympathisch ist.

Er war übrigens Student des Bauingenieurwesens und starb einen Tag vor seinem Abschlussexamen an Kinderlähmung. Er hatte sich bei seinen Besuchen in den Armenvierteln angesteckt. Er ist dann später u.a. zum Patron der Weltjugendtage erklärt worden!

Pier Giorgio Frassati war übrigens während seines Studiums in Berlin, da sein Vater hier als Botschafter arbeitete… Wir können also davon ausgehen, dass er auch in der KSG war, die damals natürlich nicht so hieß! Bezeugt ist, dass er an einem Kongress eines Internationale Studierendenverbands (Pax Romana) teilgenommen hat, den es bis heute gibt! Ein Beweis, dass man seine Heiligkeit nicht aufs Spiel setzt, wenn man sich in der Verbandsarbeit engagiert!

Was ihn auch anschlussfähig für junge Leute macht ist seine Leidenschaft für Sport. Er wanderte gerne in den Bergen und gründete 1924 eine Gruppe die ihre Spiritualität auf Bergwanderungen pflegte  und den lustigen Namen „Gesellschaft undurchsichtiger Typen“ trägt-

Ihr merkt: ich finde Pier Giorgio Frassati irgendwie interessanter als Carlo Acutis! Aber was für uns entscheidend ist: Heiligkeit ist – wie ich in RTL gesagt habe – tatsächlich nicht allein was für „alte Säcke“.

Wenn einzelne Persönlichkeiten heiliggesprochen werden, dann nicht um sie herauszuheben und zu sagen: An das Ideal kommt ihr eh nicht dran, sondern um deutlich zu machen: Heiligkeit ist für alle da – so blöd das auch klingt.

Was bedeutet „heilig“? Anders als es oft dargestellt wird, bedeutet Heiligkeit eben nicht moralische Überlegenheit, sondern ein Erfülltsein von Gott. Und das ist keine außerordentliche Gabe, sondern trifft für uns alle zu!

Ich habe an dieser Stelle schon einmal darüber gesprochen. Wie wird man heilig? Ganz einfach! Durch die Taufe! Wir treten in die Gemeinschaft mit Gott, der allein „heilig“ ist! In dem Wort Heilig steckt das Wort „heil“ im Sinne von „gesund“, „glücklich“ und „erfüllt“! Übrigens erinnert das Kreuz mit dem Weihwasser nicht nur an eure Taufe, sondern in diesem Sinne an eure Heiligkeit

Wenn wir im Credo beten, dass wir an die Gemeinschaft der Heiligen beten, dann meint das nicht allein die Tugendhelden Carlo Acutis, Frassati oder Mutter Teresa, sondern du und ich! Wir sind die Gemeinschaft der Heiligen! Und dass unter uns nicht immer alles heilig abgeht – und wir alle können ein Lied davon singen – das tut der Heiligkeit insgesamt keinen Abbruch. Wir bleiben trotzdem in der Gemeinschaft der Heiligen. Das ist Auftrag und Zuspruch zugleich.

Vielleicht haben einige diese Geschichte schon einmal gehört, aber mir hat in dieser Hinsicht ein italienischer Mitbruder aus Rom, Riccardo Lufrani, die Augen geöffnet. Wir schrieben per Facebook und er sprach mich immer mit „Fratello Santo“ an. Irgendwann habe ich ihn dann gefragt, was das soll. Denn ich sei ja wohl alles andere als heilig. Er möge mich bitte nicht weiter verarschen. Woraufhin der mir erklärte, dass er das ganz ernst meine. Wir seien doch beide getauft und damit geheiligt in Christus! Also Heilige!

Ich weiß, dass mich das damals ziemlich getroffen hat und mir einen neuen Zugang zum Begriff der Heiligkeit eröffnet hat. Natürlich darf das dann nicht zum Vorwand für Überheblichkeit werden. Wer sich selbst für was Besseres hält, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht!

Aber dass es beim Thema Heiligkeit in erster Linie um ein Geschenk, um eine Gnade geht und nicht um eine Leistung: Das ist glaube ich ganz nah dran an der Botschaft Jesu!

Die Heiligen, die von der Kirche offiziell zu solchen erklärt werden, sind Menschen, die von vielen als solche geisterfüllten Menschen erkannt wurden, selbst wenn manchmal auch kirchenpolitische Interessen dahinterstehen!

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Heilige 😉!

Es gibt tausend Formen der Heiligkeit: Letztlich so viele wie es Getaufte gibt; Und wir alle sind eingeladen, unsere persönliche Form des Heiligseins zu entdecken und zu leben! Amen!

 

Holy Influencer? The Case of Carlo Acutis and What Holiness Means

Dear Sisters and Brothers,

Today in Rome, a large service took place with over 100,000 people, during which two young Italians were canonized. The more well-known of the two is Carlo Acutis. The media have called him the „Influencer of God.“ There was quite a media hype around him. Understandable, because unlike saints of centuries past, he only died in 2006. His mother is still alive, and his brother gave a reading this morning during the service. He is also called the first Millennial to be canonized.

The media has pounced on him and mostly reported positively about him. This morning, there must have been a report on NTV – a friend took a photo of me from the screen – in which I also comment on Carlo Acutis. That was a year ago when his canonization was decided; but apparently, the people at RTL liked that I said back then: To become „holy,“ you don’t have to be an „old fart“!

In the meantime, I see the canonization of this 15-year-old quite critically. He was certainly a devout and also lovable person; but it becomes clear that much is very stylized. He has become a projection screen for what certain people want from a contemporary saintly figure.

But is he really that contemporary? Without going into details, there are some question marks regarding Carlo Acutis. Is it really a contemporary form of faith to create a website about Marian apparitions around the world or Eucharistic miracles? It then turned out that quite a few of these miracles have anti-Semitic backgrounds, which one would hardly expect from a 15-year-old internet nerd.

You can’t blame him for that. Nevertheless, it all has a bit of an aftertaste. When you read what he is supposed to have done and not done, I get the impression that on the one hand, they want to present a young, good-looking 15-year-old as a role model, who on the one hand is just normal – like you and me – but on the other hand, cultivates forms of piety and convictions from 19th Century. If you ask classmates of Carlo Acutis, they certainly cannot confirm what is officially peddled about his piety.

I don’t want to spoil the canonization of Carlo Acutis for you and us, but I want to sharpen our critical minds so that such canonizations can also be exploited for church-political purposes!

It is good that a second young man was canonized, who was born in Turin in 1901 and died at the young age of 24. He came from an educated background, and although his parents were agnostic, he developed a deep faith, which was mainly shown in social engagement.

Without his family noticing, he was involved, for example, in the slums of Turin. In search of a spirituality that shapes life, he joined the Third Order of Dominicans in 1922, which is why he is naturally particularly likeable to me.

He was also a student of civil engineering and died of polio one day before his final exam. He had contracted it during his visits to the poor quarters. He was later declared the patron saint of World Youth Day, among other things!

Pier Giorgio Frassati was studying in Berlin because his father worked here as an ambassador… So we can assume that he was also in our KSG Berlin, which of course wasn’t called that way back then! It is attested that he participated in a congress of an international student association (Pax Romana), which still exists today! Proof that you don’t gamble away your holiness when you are involved in association work!

What also makes him appealing to young people is his passion for sports. He liked to hike in the mountains and founded a group in 1924 that cultivated their spirituality on mountain hikes and bears the funny name „Society of Opaque Types.“ (Società dei Tipi Loschi)

You notice: I find Pier Giorgio Frassati somehow more interesting than Carlo Acutis! But what is crucial for us is: Holiness is – as I said on RTL – not just for „old bags“.

When individual personalities are canonized, it is not to single them out and say: You can’t reach that ideal anyway, but to make it clear: Holiness is for everyone – as silly as that sounds.

What does „holy“ mean? Unlike what is often portrayed, holiness does not mean moral superiority, but being filled with God. And that is not an extraordinary gift, but applies to all of us!

I have spoken about this before. How do you become holy? Very simple! Through baptism! We enter into the community with God, who alone is „holy“! In the word holy is the word „hale“ in the sense of „healthy“, „happy“ and „fulfilled“! By the way, the cross with holy water reminds not only of your baptism but in this sense of your holiness.

When we pray in the Creed that we believe in the communion of saints, it does not only mean the virtuous heroes like Carlo Acutis, Frassati or Mother Teresa, but you and me! We are the communion of saints! And that not everything holy always goes smoothly with us – and we can all sing a song about it – does not detract from holiness as a whole. We remain nevertheless in the community of saints. That is both commission and encouragement.

Perhaps some have already heard this story, but in this regard, an Italian fellow brother from Rome , Fr. Ricardo Lufrani OP, opened my eyes. We wrote via Facebook, and he always addressed me as „Fratello Santo.“ At some point, I asked him what that was all about. Because I’m anything but holy. He should please stop kidding me. Whereupon he explained to me that he meant it quite seriously. We are both baptized and thus sanctified in Christ! So: holy!

I know that this struck me back then and opened up a new approach to the concept of holiness. Of course, this should not become an excuse for arrogance. Anyone who thinks being something better is most likely not!

But that holiness is primarily about a gift, about grace and not about performance: That, I believe, is very close to the message of Jesus!

The saints, who are officially declared as such by the Church, are people who have been recognized by many as such spirit-filled people, even if church-political interests are sometimes behind it!

Dear Sisters and Brothers, dear Saints! 😉

There are a thousand forms of holiness: Ultimately as many as there are baptized; And we are all invited to discover and live our personal form of holiness! Amen.