The Sky is the Limit?

Predigt von P. Max Cappabianca OP am 28. April 2024

english version below.

Liebe Schwestern und Brüder

Unser Semesterthema ist „Freiheit – the Sky is the Limit“. Letzen Sonntag haben wir uns in der Predigt Gedanken gemacht über den ersten Teil des Themas: die Freiheit. Das Christentum versteht Glauben als eine Bindung, zur Freiheit befreit. 

Aber über den zweiten Teil haben wir uns keine Gedanken gemacht: „The sky is the limit?“. Das ist ja erst einmal ein Paradox. Der Himmel zeichnet sich dadurch aus, dass er keine Limits kennt und grenzenlos ist. Wenn das ironisch gemeint ist, dann bedeutet: Freiheit kenn keine Grenzen! Warum aber dann das skeptische Fragezeichen? 

Ich hab mir vorgenommen, eine kurze Predigt zu halten und auf zwei ganz einfache Gedanken hinzuweisen. 

Erstens: Freiheit ist tatsächlich grenzenlos und zugleich hat sie ihre Grenzen. Das hat im christlichen Weltverständnis mit der Einsicht zusammen, die wir letzte Woche bedacht haben. Meine Freiheit endet, wo die Freiheit des Nächsten beginnt. Aber das ist keine Konkurrenz, so als müssten wir uns gegenseitig die Ressource Freiheit streitig machen. Wahre Freiheit kann es ohne den andrem, das Gegenüber nicht geben. In diesem Sinne kann ich nur dann wirklich frei werden, wenn ich mich  auf den anderen einlasse, und mich – sozusagen – erst einmal einschränken lasse, um letztlich eine größere Freiheit zu gewinnen. 

Das ist alles sehr abstrakt gesagt, aber es entspricht unserer Erfahrung. Was für eine Freiheit wäre das, wenn wir dann letztlich einsam bleiben. Nur am Du werde ich zum Ich!

Und der zweite Gedanke über den Himmel und seine Grenzen ist mir persönlich sehr wichtig, Erst recht im Glauben hat der Himmel kein Limit. Es gibt ein altes deutsches Lied von Reinhard May „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos seine“ Für viele Menschen ist dieses Lied ein Anstoß geworden einmal über den eigenen engen Horizont hinaus zu blicken. Glaube heiß für mich immer: Neue Perspektiven zu entdecken, einen weiteren Horizont zu gewinnen. 

Kleingeistigkeit ist das Gegenteil der Weite, die uns der Glaube schenkt. Von daher ist für mich der zweite Teil des Semesterthema eine Ermutigung, keine Limits anzuerkennen. Wir vertrauen darauf, dass es mehr gibt, als das was wir gerade für möglich oder richtig halten. In diesem Sinne: Wirklich keine Limits für unsere Hoffnung, für unserm Glauben und für unsere Liebe. Amen.

 


Sermon by Fr. Max Cappabianca OP, 28/04/2024

Dear sisters and brothers

Our semester theme is “Freiheit – the sky is the limit?” Last Sunday in the sermon we had a reflection about the first part of the topic: freedom. Christianity sees faith as a bond which might be considered as a limitation. But the truth is: Thins bond liberates us to freedom.

But we didn’t think about the second part: “The sky is the limit?” This is, first of all, a paradox. Heaven is characterized by the fact that has no limits. If this is meant ironically, then it means: Freedom knows no limits! But if it is so why the sceptical question mark?

I decided to give a short sermon today. I would like to point out two very simple ideas.

First: Freedom is actually limitless and at the same time it has its limits. In the Christian understanding, this is related to the insight we considered last week. My freedom ends where the freedom of my neighbour begins. But this is not a competition, as if we had to compete with each other for the resource of freedom. True freedom cannot exist without the other. In this sense, I can only truly become free if I get involved with others and – so to speak – allow myself to be restricted in order to ultimately gain greater freedom.

This is all very abstract, but it corresponds to our experience. What kind of freedom would it be if we ultimately remain lonely. I only find myself when I engage with the others!

And the second thought about heaven and its limits is very important to me personally. Especially when it comes to faith, heaven has to have no limits. There is an old German song by Reinhard May “Freedom must be limitless above the clouds.” (Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein) For many people, this song has become an impetus to look beyond their own narrow horizons. For me, faith always means: discovering new perspectives, gaining a wider horizon. And ultimately: to trust, that there is “heaven”. 

Small-mindedness is the opposite of the breadth that faith gives us. Therefore, for me, the second part of the semester topic is an encouragement not to recognize any limits. We trust that there is more than what we currently think is possible or right. 

In this sense, my dear brothers and sisters: Really no limits for our hope, for our faith and for our love! Amen.