Ostersonntag: „Wie davon erzählen?“

© Nicole Oster

Liebe Gemeinde,

Ich liebe Konzerte und Musicals, man erlebt alle Emotionen, für jedes Gefühl, jede Phase des Lebens gibt es ein Lied.

Manche Lieder versetzen mich in bestimmte Zeiten, Erfahrungen meines Lebens zurück.

Ich glaube, dass auch der Evangelist Matthäus Musicals, Konzerte und Theater geliebt hätte, vielleicht sogar seinen Beruf in der Sparte gefunden hätte. Denn seine Erzählung der Auferstehung ist voll Drama, eine große Inszenierung.

Hier Erdbeben, da Blitz, der Stein, weg, die Wächter, die umfallen, und der Engel in strahlend hellem Gewand.

Inszenierung, die den Höhepunkt ankündigt, direkt zum Anfang der Geschichte.

Und mittendrin die Frauen. Da schreibt Mt nur Maria von Magdala und die andere Maria waren unterwegs zum Grab. Kein Grund warum, kein Bericht, wie sie auf diese Ereignisse reagiert haben. Überhaupt sagen die beiden kein Wort in diesem Abschnitt. Obwohl sie doch die Hauptpersonen sind, die ersten Zeuginnen des leeren Grabes, der Auferstehungsbotschaft und sie begegnen sogar dem Auferstandenen persönlich. Diskrepanz

Ich möchte Mt nichts unterstellen, vielleicht ist diese Lücke bewusst gewählt, doch sie fällt auf. Ich möchte diese füllen. Näher die Frauen betrachten und überlegen, was ihre Reaktion sein könnte, ihre Gefühle, ihre Worte.

Da ist der dramatische Anfang mit Erdbeben, Stein, ohnmächtigen Wächtern. „Was ist denn hier los“ „Das ist doch nicht normal!“ könnte Maria gesagt haben. Große Verwunderung, und auch Furcht. Sie hätten auch zurücklaufen, sich verstecken können. Doch sie gehen mutig weiter und begegnen dem Engel, der ihnen die Botschaft der Auferstehung verkündet. Die sie laut Mt einfach geglaubt haben, ohne Nachfrage und Zweifel. Ich hätte da Fragen: „wie und wann soll das geschehen sein“; „wer bist du und wo ist Jesus“

„Wie bitte sollen wir DAS den Männern erklären?“ „Die werden das für Geschwätz halten“. Ich hätte ja auch mal einen Blick in das Grab geworfen.

Schlussendlich überzeugt und voll Glauben machen sich die Frauen auf den Rückweg, beschwingt, beflügelt- und dann Höhepunkt 2. Sie begegnen dem Auferstandenen persönlich. Haben sie ihn direkt erkannt? Oder doch gefragt „Wer bist du?“

„Da hatte der Engel wirklich recht. Du bist auferstanden. Halleluja!“

„Aber wenn du doch hier bist, warum sollen wir zu den Jüngern gehen? Die werden das doch als Geschwätz abtun, wenn wir denen das alles berichten. Komm doch mit uns!“

„Also schön, dass du uns das erzählst, uns beauftragst, schließlich, waren wir da, unterm Kreuz und bei deiner Beerdigung. Aber wenn du schon da bist, dann begleite uns und erzähle es ihnen persönlich“.

Und dann stelle ich mir vor, wie Jesus die Frauen ermutigt, sie beauftragt, sendet. Apostelinnen!!!

Das ist die offene Frage es Evangeliums: was haben die Frauen den Jüngern erzählt und wie haben diese reagiert?

Es als Geschwätz abgetan, selbst zum Grab gelaufen geglaubt?

Ich möchte diese Frage an sie weitergeben- wie erzählen sie die Osterbotschaft weiter?

…Stille…

Für mich sind Lieder eine gute Möglichkeit, Botschaften zu transportieren. Wie gesagt, ich liebe Musicals und Konzerte und ein Lied, dass für mich von Ostern, Auferstehung spricht ist „I am a Mountain“ von Coldplay.

Dort heißt es

„Ich habe dieses Gefühl und nur Gott weiß, was es ist
Ich habe das Gefühl, dass ich mich in jemanden neuen verwandle
Ich habe das Gefühl, dass die Decke zum Durchbrechen da ist

Ich habe dieses Gefühl und jetzt ist nichts mehr beängstigend
Ich habe das Gefühl, ich kann Blitze heraufbeschwören
Ich hatte das Gefühl, ich würde fallen, jetzt fliege ich

Ich habe dieses Gefühl und nur Gott weiß, was es ist

Stand auf einem Meer aus Schmerz
Lass es regnen, lass es regnen, lass es regnen
Ich werde wieder auf den Beinen sein
Denn ich bin ein Berg
Meine Liebe zu dir wird bleiben
Denn ich bin ein Berg

… Lied …

Egal, wie tief das Meer, wie rabenschwarz die Nacht- es geht vorbei.

Denn Gottes Liebe bleibt, beständig wie ein Berg.

So können wir freudig und von gesendet gehen und verkünden: Er ist auferstanden Halleluja!