Lee Lawson / unsplashBild: Lee Lawson / unsplash

Karfreitag: Rabenschwarze Nacht

© Nicole Oster

Rabenschwarze Nacht.

Liebe Gemeinde,

 

Der Vorhang ist gefallen Rabenschwarze Nacht

Es ist aus und vorbei. Da am Kreuz hängt Jesus, unsere Hoffnung. Und darunter stehen wir, mit unseren Fragen, Sorgen, Trauer.

Mit unseren eigenen Erfahrungen von Karfreitag. Den Verlusten, die erlitten haben, unseren Erfahrungen von Scheitern, den Toten, die wir beklagen, mit den Kreuzeserfahrungen in unseren Leben. Die Momente in unserem Leben, die sich wie eine rabenschwarze Nacht angefühlt haben, hängen mit Jesus am Kreuz.

Es ist rabenschwarze Nacht. Jesus stirbt am Kreuz. Es ist vollbracht.

Jesus hat das Kreuz auf sich genommen. Im Wissen/Vertrauen, dass es nicht zu Ende ist. Im Wissen, dass es schwer wird, ihn großes Leid erwartet, doch im Vertrauen, dass es weitergeht, dass er nicht alleine ist.

Mir ist der Karfreitag wichtig. Er gehört dazu. So wie die Karfreitagsmomente zu unserem Leben gehören. Heute und hier haben sie Platz. Jesu „es ist vollbracht“ steht für mich auch dafür, dass ich diesen Tag aushalten muss, aushalten kann. Diese Dunkelheit und Trauer ertrage und akzeptiere. Trauer, Tod, Verlust gehören dazu. Ich kann sie nicht aus meinen Leben ausradieren, verleugnen. Doch sie bestimmen nicht mein Leben. Ich bleibe niht bei Karfreitag stehen. Ich muss den Karfreitag aushalten, akzeptieren, dass es immer wieder Karfreitage in meinem Leben geben wird. Doch sie gehen vorbei. Ich kann sie aushalten, ertragen. Denn ich bin nicht allein am Karfreitag. Gott ist da.

Karfreitag zeigt mir, dass rabenschwärze Nächte vorbeigehen und die Sonne wiederkommt.

Denn bevor es heller wird, wird’s richtig finster. Rabenschwarze Nacht. Bevor der Frühling kommt, regiert der Winter. Rabenschwarze Nacht.